Alice Sara Ott beeindruckt mit Mozart und Schubert


Fotos: Deutsche Grammophon / Esther Haase


Eher fast klein wirkte der schwarze Flügel auf der großen Bühne mit den wuchtigen, festsitzen Orgeln im Hintergrund. Der große Saal der Laiszhalle ist passend und genau für solch einen Abend geeignet. Mit seinen alten Sesseln, seinen gebogenen und gewölbten Wandverzierungen erinnert er an die „Zeit der Klassik“ um 1800, in der ebenso die Dichter Goethe und Schiller lebten.
 
Alice Sara Ott ist eine zierliche Person, die jedoch am Klavier so viel Gefühl und Power gleichermaßen erzeugen kann, dass man nicht mehr wegschauen möchte. Es scheint so, als wenn sie keinerlei Noten mehr benötigt, um die Meisterwerke zu spielen. Durch ihre Bewegungen verfestigt sich der Eindruck, als wenn sie diese Musik lebt. Auf ihrer diesjährigen Tournee spielte sie in Hamburg Stücke von Mozart: Duport-Variationen KV 573, Schubert: Sonate D-Dur D 850 und Mussorgsky: Bilder einer Ausstellung.
 
Mit einer undefinierbaren Art von Präsentation begeisterte sie schon in der Vergangenheit mit ihren Versionen von Franz Liszt und Beethoven die Massen. Die Presse feierte sie, als sie 2010 für den überraschend erkrankten Lang Lang einspringen konnte. Spätestens da hatte die in München lebende die vollste Aufmerksamkeit des Publikums erlangt, die Hochachtung der Medien auf ihrer Seite und die Liebe der Klassik-Herzen erobert.
 
Im selben Jahr wurde die Deutsch-Japanerin außerdem mit dem Echo Klassik als beste Nachwuchs-Künstlerin ausgezeichnet und schon zuvor, mit 13 Jahren, erhielt sie den „Most Promising Artist Award“ und gewann noch den ein oder anderen Klavierwettbewerb. Heutzutage arbeitet sie mit dem NDR und MDR Sinfonieorchester zusammen und ist fast jährlich auch solo auf Tournee.
 
Text: JE