„Quellen des Lebens“ – Ein Generationen-Drama mit fesselnden Augenblicken


Fotos: Jörn Ehrenheim


Dieser Film hätte auch 6 Stunden gehen können, denn die 175 Minuten verflogen so schnell, als wenn die Zeit stehengeblieben schien. Fesselnd, packend, dramatisch, sowie witzig– so könnte der Streifen kurz und bündig zusammengefasst werden.
 
Eine Frau aus dem Publikum äußerte sich überrascht, als Jürgen Vogel und Co. nach anhaltendem Applaus den Saal betraten: „Bei jedem der Schauspieler haben die Augen gelebt und gesprochen, darauf habe ich ganz genau geachtet….!“, ein anderer stand auf und schwärmte ins Mikro: „Ich möchte mich für diesen Film bedanken, er war einfach großartig…!“, ein dritter fragte den Regisseur Oskar Röhler: „…was meinen sie, warum werden nach so vielen Generationen an kaputter Familien die Nachkömmlinge trotzdem ab und an etwas?“
 
Das Kino 1 im Abaton war komplett ausverkauft, dennoch bildete sich eine lange Schlange von Wartenden weit vor Beginn von „Quellen des Lebens“ im Foyer, in der Hoffnung, noch Tickets zu bekommen. Wer welche hatte, schien die Generations- und Familiengeschichte, die zum Teil nach wahren Begebenheiten gedreht wurde, aufzusaugen:
 
Beeindruckend und mit starken Bildern wird aufgezeigt, wie der Vater (Jürgen Vogel) von Klaus (Kostja Ullmann, Moritz Bleibtreu) nach der Rückkehr aus der Kriegsgefangenschaft merkt, dass eigentlich keiner auf ihn gewartet hat. Vom stinkenden Penner aus dem nichts erarbeitet er sich eine neue Zukunft für seine Familie, ordnet mit seinen Regeln das Leben komplett neu.
 
In sinnlichen und deutlichen Abschnitten ist zu sehen, wie der Rest seiner ihm am nahestehendsten Menschen wankten, sich in der Flower-Power der sechziger mit Wohnzimmer-Mief und in einem Westdeutschland, welches es so lange nicht mehr gibt, zu arrangieren versuchten. Robert, der Sohn von Klaus, von seinem Vater nicht wirklich geliebt und der sich mittlerweile als mittelmäßiger Schriftsteller versucht, wird zu den Großeltern und zurück geschubst, weil seine Mutter beide für einen anderen Mann verlassen hatte, der mit wesentlich mehr Geld zum ausgeben prahlen konnte…
 
„Wir werden uns an vieles erinnern, wenn wir den Film sehen: An unsere Kindheit, an unsere Jugend, an unser Erwachsen werden. Aber auch an unsere Gefühle, an die unterschiedlichen Sinnlichkeiten jeder Epoche, durch das Labyrinth der Irrtümer unserer Vorfahren; all das steht im Zusammenhang mit der Liebe, wie sie die einzelnen Generationen für sich gesehen haben. Insofern ist es auch eine Odyssee voll skurriler und tragikkomischer Aspekte…“ (Oskar Röhler)
 
Genauso ist es!! Ein Meisterwerk, welches zum Lachen anrührt und die Tränen laufen lässt!
 
Der Film startet am 14.02.2013 in den deutschen Kinos.
 
Text: J.E.